Tucholskys Werke endlich gemeinfrei

Fast wäre es mir entgangen, dass die Werke eines meiner Lieblingschrifsteller - Kurt Tucholsky - mittlerweile gemeinfrei sind, also nicht mehr unter dem Schutz des Urheberrechts stehen. Da Tucholsky im Dezember 1935 gestorben ist, sind die Werke seit dem 1. Januar 2006 im "Public Domain". Wenigstens ein Vorteil seines zu frühen Todes...

Das möchte ich doch gleich mal mit einem passenden Tucholsky-Zitat zelebrieren, das mir gleichzeitig Gelegenheit gibt, das blockquote-Element im CSS noch ein bisschen zu verfeinern:

Man stelle sich vor, Friedrich Nietzsche wäre gestorben, ohne Angehörige zu hinterlassen. Und man stelle sich vor. Freunde hätten sein Werk in Obhut genommen. Und es käme nun eine Frau gegangen, eine Frau Förster, Lieschen Förster, die sagte: »Ich möchte das Nietzsche-Archiv verwalten. Und eine Einleitung zu seinen Werken will ich auch schreiben!« – Was hätten die Freunde gesagt? Nichts hätten sie gesagt. Man hätte die Achseln gezuckt und geschwiegen: eine arme Person ...

Nun aber ist Lieschen die Schwester. Und nun darf sie. Sie darf die Werke Nietzsches einleiten, sie darf den Nachlaß Nietzsches, seine Briefe und seine Zettel verwalten, und sie verwaltet sie so, wie wir wissen. Genutzt hat es ihr nichts. Nietzsche, nicht das Brüderchen, der wahre Nietzsche ist, hauptsächlich durch Andler, bekannt geworden – trotz dieses Archivs.

Aber ist dieses Urheberrecht nicht eine Schande, ein Recht, das geistige Werte wie alte Socken vererbt? Es ist eine Schande.

Viele viele Tucholsky-Texte gibt es zum Beispiel unter:
http://www.kurt-tucholsky.info/werke.php
http://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,+Kurt
http://de.wikisource.org/wiki/Kurt_Tucholsky
http://www.textlog.de/kurt-tucholsky.html
http://gutenberg.spiegel.de/

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