Pinseln

Es war einmal ein Junge, der hatte etwas ausgefressen, und als Strafe dafür wies ihm seine Tante eine besonders harte Strafe zu: Samstags, wenn die anderen Jungs im Fluss schwimmen durften, sollte er den riesigen Zaun vor dem Haus seiner Tante Polly streichen. Er hatte eben missmutig mit der Arbeit begonnen, als sein Kumpel Ben vorbeikam. Der verspottet ihn wegen der mühseligen Arbeit. Doch unser Junge ist schlau: "Das macht doch keine Mühe, das ist der reine Spaß. Wann kann man schon mal ganz allein solch einen großen Zaun streichen?!"
Da staunte Ben - denn Spaß will jeder haben. Statt Plackerei die reine Freude? Ben bettelte geradezu, mitmachen zu dürfen. Er zahlt sogar dafür. Einen saftigen Apfel. Und er streicht wie ein Verrückter, während unser Held im Schatten liegt. Nach und nach kommen noch mehr Willige, und sie alle geben einiges dafür, den Zaun Tante Pollys streichen zu dürfen. Abends ist unser Freund reich - seine Taschen sind voll kleiner Schätze.
Mark Twain nannte diesen interessanten Vorgang "Das ruhmreiche Zaunweißen", ein lehrreiches Stück aus seinem Romanepos "Tom Sawyer". Das war 1876. Heute ist 2007, und diesen Prozess, an dem sich im Wesentlichen nichts geändert hat, nennt man Web 2.0

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