Es lebe die brousse

Cotonou war sehr schön und als wir uns eingelebt hatten und nette Leute kennengelernt hatten, ging es Sonntag Nachmittag auch schon weiter ins Dorf Codji.
In Codji angekommen wurden wir ein nächstes Mal von Eindrücken überwältigt und sofort von neugierigen Kindern umzingelt. Die Umgebung des afrikanischen Dorfes hat uns zunächst viel Vorstellunskraft abverlangt. Wo sollen wir Zähne putzen? Wo finden wir ein ruhiges Plätzchen? Wohin mit all unseren Sachen? Fressen die Ziegen unsere Früchte? Wie bekommen wir die Hühner aus dem Haus (aber sie sind sehr niedlich)?
Das Leben hier ist ursprünglich, die Menschen wohnen in Lehmhütten, bauen Feldfrüchte an, betreiben Viehzucht, waschen ihre Wäsche in Schüsseln und stellen selber Schnaps und Öl her;
Müllabfuhr gibt es nicht und die Toilette ist eine Latrine. Geduscht wird sich mit Eimer und Schüsseln, was am Abend aber trotzdem schön erfrischend ist. Man kann sich daran gewöhnen. Vor allem weil die Menschen um uns herum so gesellig sind. Vor unserer Tür ist immer irgendwer und erzählt. Lassen die Tür deshalb meistens offen.
Zum Vorrankommen unseres Projekts ist zu sagen das wir nun schon etwas Zeit in jeder der vier Klassen in Codji verbracht haben um uns erstmal anzusehen wie der Unterricht hier abläuft. Eine erste Deutschstunde haben wir auch schon für Gymnasiasten gegeben. Und der Unterrichtsplan für Codji für nächste Woche steht auch schon. Zeichnen und Musik stehen auf dem Programm. Was den Unterricht in Lokossa und an zwei Gymnasien in Adohoun betrifft herrscht hier noch organisatorisches Chaos, das sich hoffentlich nächste Woche lichten wird.
Die afrikanischen Mühlen der Zeit mahlen eben etwas langsamer (Gruss an Gerhard. Du hast es ja schon vorher gesagt :) ). Es ist nur schwer dieses kleine Chaos in Verbindung mit unseren vielen Eindrücken zu verarbeiten. Puh. Aber Pierre und Francis vom Esperantobüro stehen uns verständnisvoll zur Seite.
Wir hoffen euch allen in Europa geht es gut. Wir denken oft an euch.

Kommentare

Hallo ihr zwei

Bild von Consbabe

Hallo ihr zwei "Aus-Reiser"!
Ich bin wirklich sehr erleichtert, zu lesen, dass ihr gut angekommen seid und es euch auch so relativ gut geht! Das, was man so von dem Leben in Benin bisher lesen konnte, ist für uns verwöhnte in einem äußerst modernen Industrieland lebende Europäer kaum vorstellbar. Da kann ich nur auf meine Eindrücke aus China zurückgreifen, um mir einige Dinge vorstellen zu können (Stichwort Latrine) ;-)
Wir denken auch ganz dolle und oft an Euch und sind immer froh, ein kleines Lebenszeichen lesen zu können.
Ich wünsche Euch erst einmal eine tolle, erlebnisreiche Zeit, passt gut auf euch auf und lasst es euch gut gehen!

Liebe Grüße, Conny.

Eingewöhnung in Codji

Bild von Gerhard

Hallo liebe Anna-Janina, hallo liebe Eva,

super, dass Ihr uns so teilnehmen lasst an den großen und kleinen Dingen in Codji und Lokossa.
Ich habe ja in Lokossa in einer komfortablen Wohnung für 3 Wochen gewohnt. Ich freue mich nun, dass unsere Planung mit dem Quartier bei Pierre funktioniert hat. Ich bin sehr beruhigt, dass Ihr mit den Menschen gut klar kommt.
Ich möchte Euch einige Personen ans Herz legen, die Ihr besuchen könntet/solltet.
1 Benoir ZINKPE, Ledermacher, direkt neben dem CD- Shop gegenüber der Katholischen Kirche. Sein Sohn Richard ist das Patenkind von Hr. Otmar DESCH, jetzt Berlin, er spricht sehr gut Esperanto. Ihr kennt die schöne Ledertasche, die er angefertigt hat, Vielleicht findet Ihr ja etwas für Euch, eine kleine Geldbörse, eine Tasche. Der Preis ist vergleichsweise niedrig.
2 Frau Helene Johnson, Schneidermeisterin, nähe Moschee, schräg gegenüber des UEA Büros (Francis), im Laden stehen mehrere Nähmaschinen. Ein grosses Schild ist über dem Geschäft zu sehen. Sie ist ausgesprochen freundlich, Friedensbotschafterin ihrer weltweiten Glaubensgemeinschaft, beherbergt oft Freiwillige. Als ich sie besuchte, war gerade ein Amerikaner bei ihr zu Gast für 1/2 Jahr, ein "Peaceworker". Es lohnt sich für Euch, lasst Euch doch bitte einmal das Spiel mit den zweireihig angeordneten Halbkugel- Löchern und den Fruchtkernen, jeweils 6. Das wird sie sicher mit Euch spielen wollen, ich habe wegen der Kürze oder meiner Begriffstutzigkeit nicht kapiert, wie das geht. Fr. J. ist eine sehr gütige, weise und herzliche Persönlichkeit
3 Weisenhausvater MICHIFAN Felicien. Sein Waisenkind Agnes ist das Patenkind von Frau Inge Grzyb aus Magdeburg. Fragt die Kinder nach dem Kanon "Bruder Jakob, .., schläfst Du noch?", das haben sie mir voriges Jahr leidenschaftlich in deutsch vorgesungen.
4. Belvida AKAKPO, sie sitzt in einer kleinen Losbude an der Asphaltstraße gegenüber der Bank. Ist sehr nett, will gern mal nach Europa
Alle sind auch Mitglieder der Weltbürger- Organisation.
Von allen könnte ich Euch auch ein Bild schicken, wenn Ihr das möchtet.

Haltet die Ohren steif, Ihr schafft das, ich bin stolz auf Euch, liebe Grüße Gerhard

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