Die fabelhafte Welt der Eva und der Anna

Letztes Wochenende haben wir Martin in der Küstenstadt Ouidah besucht. Martin arbeitet für den DED, wir haben ihn während unserer ersten Tage in Cotonou kennengelernt. Als wir nun Sonntag in Ouidah einen kleinen Strandspaziergang gemacht hatten, lief uns zufällig ein Fotograf über den Weg und sagte: "Ich bin von H&M. Kann ich euch gleich als Models nehmen?" Und das ist dabei rausgekommen:

Sommerkollektion

Kariertes Hemd und Cargohose in Kombination mit weissem T-Shirt, das absolute Muss für jeden Mann beim Strandausflug. Und für alle die sich gern erkälten, haben wir etwas ganz Besonderes: Modisches belgisches Fransentuch passend zur Sommermütze und Leinenhose des Jahres.
Kann man alles kaufen ... für garnicht teuer!!!

Diva Anna

Anna musste natürlich wieder die sonnenbadende Diva raushängen lassen. Passt auch so gut zu ihrem Hauttyp (für alle, die es nicht merken - das ist Sarkasmus). ;-) Das Foto entstand nach einer Touristenführung und vor dem Verzehr eines halben Huhns.
A propos halbes Huhn: Samstag Abend haben wir zum ersten Mal seit vier Wochen wieder Fleisch gegessen! EIN DENKWÜRDIGER TAG!!!

Fleisch, Fleisch, Fleisch

Ansonsten war das Wochenende in Ouidah auf alle Fälle eine Erholung vom täglichen afrikanischen Wahnsinn ;-). Wenn wir nicht gerade Gitarre gespielt und gesungen haben, haben wir Schokoladenpudding mit Bananenbrei gegessen und die zwei Fliegen beobachtet, die sich nach Verzehr auf den Resten breitgemacht haben und ein grosses AA-Bedürfnis entwickelten.
Zurück zum täglichen afrikanischen Wahnsinn; alle hier sind noch immer unheimlich nett, zuvorkommend und hilfsbereit. Manchen war schon - laut Pierres Erzählungen - das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, weil wir am Wochenende nicht da waren und sie dachten, wir seien schon wieder abgereist. Nein, nein, wir kommen wieder. MUHARRHARR!!!
Wo waren wir nochmal? Achja, der Wahnsinn! Wahnsinnig schön war, dass eine Frau aus Pierres Familie Zwillinge geboren hat; ein Mädchen und einen Jungen. Zwillinge werden im Voodoo als etwas Heiliges angesehen. Ausserdem ist das Mädchen mit den Füssen zuerst geboren worden ... das ist im Voodoo auch was Heiliges.
Wahnsinnig anstrengend ist dagegen der ständige kulturelle Austausch. Da zwischen uns und den Beninern zwei völlig unterschiedliche Kulturkreise aufeinander treffen, gibt es ständigen gegenseitigen Erklärungsbedarf. Mit ständig meinen wir wirklich fast jedes Gespräch, das wir führen. Ausserdem achtet man in einer so neuen Kultur automatisch darauf, wie man sich verhält/verhalten sollte. Es fehlt also der übliche, unbeschwerte Umgang mit Leuten des eigenen Kulturkreises, mit denen man auch lockeren Small-Talk führen kann, und denen man nicht gleich alles erklären muss/von denen man nicht gleich alles erklärt bekommen muss. Hinzu kommt, dass man sich bei Deutschen meist auf Pünktlichkeit und Planungssicherheit verlassen kann. Hier in Benin lernt man dagegen erstmal wirklich, was Teamgeist, Improvisationsvermögen und Flexibilität bedeutet.

Ansonsten sind wir projektmässig endgültig ausgebucht: 4 h Englischunterricht am Collège in Adohoun, 8 h Musik und Zeichen in Kodji, 2 h Musik mit Esperantisten in Adohoun, 2 h Chor in Kodji und 2 h Deutsch mit Schülern aus Kodji. Und ein Wunder ist geschehen:
Wir haben uns endlich mit dem Collège La Fontaine de Vie in Lokossa arrangiert. Der Direktor ist nun doch aus dem Knick gekommen (Gruss an Damaris) und hat sich überlegt, die Sache doch mal ins Rollen zu bringen. Statt der 4 Stunden Deutschunterricht geben wir aufgrund des schon so vollen Stundenplans nur noch 2 Stunden die Woche. Das hat dem Direktor und seinem Stellvertreter zwar nicht so geschmeckt, aber c'est la vie, selbst schuld!
So, das wars für heute. Beehren Sie uns bald wieder! Viele Grüsse an alle! Übrigens: Ende der Woche feiern wir Bergfest. Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verging ("Die Zeit vergeht so schnell mit jeder vollen Stunde ..." - Liedtext, Gruss an Berit :-) ).

Kommentare

Kulturelle Unterschiede- und Bergfest

Bild von Gerhard

Hallo Eva, hallo Anna,

ihr ward in Ouidah, sicher habr ihr auch das Sklavenmuseum besucht und die Gedenk-Straße zum Ozean.
Ihr macht euch gut als Models!
Einen speziellen Dank soll ich euch ausrichten. Frau Agnes Geelen aus Belgien bat mich, ihn direkt an euch weiter zu geben.
Ihr habt Pierre geholfen beim Erklären und Interpretieren und Ausfüllen der vielen Anträge. Das findet auch sie sehr gut, deshalb der spezielle Dank. Sie war selbst oft in Westafrikaka, in Codji besonders, denn es ist ja eine ESPERANTO Heimstatt inzwischen.
Gratulation zum Bergfest, ich freue mich mit Euch.
Übrigen, ich war bei meinen Reisen in Westafrika zumindest zu etwa 95% Vegetarier. Ihr könnt euch denken, weshalb.
Ich hoffe, dass der Geldtransfer geklappt hat.

Liebe Grüße von Gerhard

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