Wind Nordost, Startbahn 03

Wind Nordost, Startbahn 03,
Bis hier hör ich die Motoren,
Wie ein Pfeil zieht sie vorbei,
Und es dröhnt in meinen Ohren.
Und der nasse Asphalt bebt,
Wie ein Schleier staubt der Regen,
Bis sie abhebt und sie schwebt,
der Sonne entgegen...

...und wir sitzen drin.
Bald ist es soweit und wir freuen uns schon auf Zuhause. In Frankfurt gelandet wird das erste ein Besuch bei McDonalds sein. Das steht fest. nachdem wir uns über Fliesenboden und organisierte Monitoranzeigen sowie ziegenfreie Flure und Gänge gefreut und gewundert haben werden, werden wir einen leckeren BicMac oder Chickenburger essen.
Bevor es ganz weit nach Norden nach Europa geht, haben wir uns gedacht, noch einmal den beniner Norden zu besuchen, da wir nun 12 Tage Ferien haben (wir halten unsere Verträge ein). Sonntag ging es los nach Abomey, Dienstag weiter nach Natitingou und am Mittwoch in den Pendjari-Nationalpark bis an die Grenze zu Burkina Faso. Um die letzten 5 Tage treffend zu beschreiben, wollen wir an dieser Stelle den Reiseführer Petit Futé zitieren:

"Da der Tourismus [in Benin] noch nicht sehr entwickelt ist, kann der kleinste Besuch zu einem wahren Abenteuer werden."

Fangen wir mit unserer langen Liste der Abenteuer bei Samstag an, dem Tag der Abreise. Es hat geregnet. Was sonst. Innerhalb der halben Stunde Fahrt bis nach Lokossa sind wir einmal mit dem Moped weggerutscht und sprichwörtlich in den Busch gefahren und mit Dreck übersät angekommen. Nach harten Preisverhandlungen, durchqueren mehrerer Seenlandschaften auf den Strassen und auffangen des Regenwassers, das durch das Taxidach tropfte, waren wir dann endlich in Abomey. Die Zeit mit Sabine, Lena und Lenas Freund Matthias war sehr angenehm.
Dienstag morgen ging die Party aber erst richtig los. Denn es galt in Bohicon einen Bus nach Natitingou zu finden. Garnicht so leicht, ohne Reservierungsmöglichkeit, auf einem Matschplatz zwischen ca. 7 Bussen, zig Fahrgästen und Händlern einen freien Platz im richtigen Bus zu bekommen. Gut, lassen wir das mit dem Platz... Fünf der zehn Stunden Fahrt verbrachten wir auf der Bustreppe, ohne Fenster, eingequetscht zwischen schwitzenden Menschen und umhüllt von Abgasen und Dreck. Der kam durch die beunruhigend weit geöffnete Bustür herein, die sich nur mit starker manueller Kraftaufwendung öffnen und schliessen lies. Durch die Risse im Busfussboden konnte man übrigens direkt auf die Strasse schauen.
Angekommen in Natitingou stand erst einmal ein Esel mitten auf der Strasse. Ok. Wie wir später von unserem Pendjari-Guide erfuhren, wurden dem Rathaus von Natitingou vor langer Zeit durch eine NGO zwei Esel geschenkt, mithilfe derer der Abfall abtransportiert werden sollte. Da die Stadt aber irgendwann die Tierwärter nicht mehr bezahlt hat, diese sich deshalb nicht mehr um die Esel gekümmert haben, dachten die Tierchen: "Dreh ich eben mein eigenes Ding" Und seitdem sind sie da. Auf der Strasse. Und laufen seit Jahren auf und ab.

Das Verhalten der Menschen im Norden lies uns uns manchmal wundern, ob wir noch in Benin seien: Keiner starrte uns an, keiner forderte von uns ein Geschenk, sondern gab uns dafür eines und Hilfestellung wurde gegeben, ohne dafür Geld zu verlangen. Warum sind wir nicht gleich hierher gekommen? Vor allem auch weil der Pendjari-Nationalpark zwar teuer aber sehenswert ist. Fünf Uhr morgens sind wir mit unserem Guide dorthin aufgebrochen, um mit den ersten Sonnenstrahlen die Atakora-Bergkette über einer grünen Savannenlandschaft zu sehen. Später zeigten sich auch Antilopen, Affen, Kaimane (Minikrokodile) in dem 266 000 ha grossen Wildparkgelände, das wir den ganzen Tag lang durchqueren sollten.
Auf dem Rückweg haben wir noch an einem eindrucksvollen Wasserfall Halt gemacht, der von der dortigen Bevölkerung als Voodoo-Fetisch angebetet wird. Ausserdem reichte Besichtigen nicht, nein!, wir sind ihn barfuss rauf- und wieder runtergeklettert. Ausser dass das zu einer Rutschpartie wurde (die obendrein recht lustig war), hätte sich Anna fast mitsamt dem Wasser nach unten befördert. War aber nur halb so schlimm wie es klingt. Abgesehen davon war die Landschaft drumherum sehr schön, ebenso wie der kleine See in den der Wasserfall mündete.
Erwähnenswert ist auch der Baustil der Region: Höfe, eingeschlossen von Rundhäusern, die zusammengenommen wie kleine Schlösser aussehen, waren überall zu finden. Sie werden Tata-Somba genannt (wers googeln will).
Begründet durch Mangelerscheinungen haben wir uns am Abend mit vertrauten Geräuschen aus Kodji unterhalten, wie Ziegenmeckern oder das Schreien der Händlerin. Was sagt uns das? Richtig! Es ist Zeit nach Hause zu kommen.

Kommentare

:)

Bild von sommersprosse

hola mi querida hermana.

ich freu mich tierisch, dass du bald wieder da bist.

auch wenns teilweise sehr schwer war, hattet ihr doch eine schöne zeit und habt so eure erfahrungen gemacht, die ihr nicht mehr vergessen werdet.

bis in 2 wochen in sajonia en el hotel papa.

tu grande hermana

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Bist du ein böser Spam-bot?
Image CAPTCHA
Die Zeichen (unter Beachtung von Groß-/Kleinschreibung) aus dem Bild.