Guanajuato die Erste

Ich werd mich mal an Josefas Blog orientieren, da ich die Gliederung mit den verschiedenen Unterpunkten ganz sinnvoll (und für mich hilfreich) finde:

Die kursiv geschriebenen Passagen stellen ne kleine Aktualisierung dar...

Anreise

Mit dem Zug von Berlin zum leipziger Flughafen. Von dort zusammen mit Jule und Lukas mit dem Flieger über Frankfurt nach Mexiko Stadt (mehr dazu siehe Reisen).
Dort 3 Tage Zwischenstop bei nem Freund von Lukas um sich die Stadt anzuschauen und dann mit dem Bus (ca. viereinhalb Stunden) nach Guanajuato.

Unsere Unterbringung

Die ersten fünf Nächte in Guanajuato haben Jule und ich uns noch ein Zimmer mit Bad und kleinem Balkon geteilt. Mit ner verwitweten Rentnerin als Gastmutter. Da das nicht ganz ideal war, waren wir echt froh, dass Maria Isabel – unsere Mentorin – sich wirklich zügig gekümmert hat, mit uns ne neue Bleibe zu finden.

Das haben wir auch und leben seither in ner echt schönen und großen, dafür nicht ganz zentral gelegenen, Wohnung. Mein Zimmer ist zwar n bisschen duster, dafür haben wir aber n großes Wohnzimmer und vor allem auch ne Dachterrasse, die wie dafür gemacht ist Grillpartys zu feiern.

Leider haben wir in der Küche noch nicht vernünftig laufendes Wasser, sodass wir zum Abspülen (die Spülmaschine fehlt überraschenderweise auch, die müssen wir wohl noch bei der deutschen Botschaft anfordern ;-) ) das Wasser mit ner Schüssel in die Küche holen müssen. Zudem fehlen auf der Terrasse noch die von den Vermietern zugesagten Stühle nebst Tisch. Aber wir sind ja hier in Mexiko, wo alles organisatorische ähnlich viel Geduld und Zeit braucht wie in Indonesien…

Inzwischen läuft das Wasser in der Küche super, allerdings gibt’s dort momentan nur kaltes Wasser, sodass wir weiterhin das Abspülwasser von der Terrasse holen (da der Wasserhahn am nahesten am Boiler ist und somit am wenigsten kaltes Wasser in den Orkus geht, bevor es warm aus der Leitung kommt.
Die Stühle auf der Terrasse sind auch schon da, der Tisch für die Terrasse steht allerdings noch im Wohnzimmer, da er leider nicht durch die Tür passt…
Zudem gab es noch einige Schwierigkeiten mit den Wasserleitungen im Haus, sodass mein Badezimmer noch zweimal komplett aufgerissen wurde (das erste Mal ohne vorherige Ankündigung und just an dem Tag, an dem ich meinen ersten Besuch aus Deutschland erwartete…). Inzwischen ist das aber wohl soweit gerichtet.
Über uns sind die Bauarbeiter (die eigentlich gegen Ende September fertig gewesen sein sollten) allerdings immer noch morgens ab ca. halb 8 am Krach machen (auch am Wochenende und an Feiertagen. Mal sehen, wann die komplett fertig werden…

Kulturschock(s)

Ich dachte ja eigentlich, dass mich nach Indonesien in Mexiko nicht so viel schocken würde. Ich hatte zwar ein n bisschen mulmiges Gefühl bezüglich Mexiko Stadt und der hohen Kriminalitätsrate, aber das war definitiv überflüssig.

Allerdings waren das Essen (siehe dort) und das Durchschnittsgewicht der Mexikaner ein kleiner Schock für mich. Maria Isabel wusste auch zu berichten, dass Mexiko bei der Quote übergewichtiger Kinder weltweit den ersten Platz einnimmt. Noch vor den USA!

Ansonsten dauert hier halt alles n bisschen länger, als man es aus Deutschland gewohnt ist. Störend ist vor allem, dass man für die Busse bis zu zwanzig Minuten Wartezeit einplanen muss. Mit Umsteigen dementsprechend 30-40min, was echt nervt.

Zumindest ist das Durchschnittsgewicht der gebildeten Oberschicht (und damit auch der Studenten) dem Deutschen doch wesentlich näher, als dem der restlichen Mexikaner.

Essen

Essen tut man hier zu ca. 40% Tortillas, 20% Fleisch, 10% Schweinehaut (gekocht oder frittiert), 10% Frijoles (Mus aus (Kidney?)Bohnen), 10% Süßigkeiten, 5% Nopales (Kaktuspflanzen kleingeschnitten und als Gemüse gekocht) und 5% sonstiges.

Das Essen wird gerne frittiert und Salat oder Gemüse gibts eher als Verzierung auf dem Teller, als dass man es als Beilage bekommt (Mexikanische Antwort auf diese leicht vorwurfsvolle Feststellung: Die Tortillas sind doch aus Mais, d.h. Gemüse und es gibt ja Frijoles, der ist schön Nahrhaft!). Zudem wird hier eigentlich alles (wenn es nicht gerade süß, d.h. überzuckert, ist) mit chile, sal y lemon verzehrt. Sowohl das Essen, als auch die viel konsumierten Chips (wahlweise o.g. frittierte Schweinehaut) und der Alkohol. Beliebtes Getränk ist z.B. Michelada (Bier gemischt mit Chillisauce, Maggisauce, Worcestershiresauce und was Tomatensaftähnlichem; am Glas n Chillipulver-Salzrand), die stark an nen Bloody Mary erinnert.

Des Weiteren nimmt der durchschnittliche (übergewichtige) Mexikaner geschätzte 30% seiner Kalorien durch „Refrescos“ (Cola, Limo, Apfelschorle mit reichlich Zucker, etc.) zu sich. Wasser trinkt man eher ungerne.

Kurzum, mit der Texmexküche, die in Deutschland als mexikanisches Essen angeboten wird, würde es sich wesentlich leichter und gesünder leben lassen. Das war ne ziemlich ernüchternde Einsicht, da ich mich (als Fan des scharfen Essens) sehr auf die mexikanische Küche gefreut hatte. Ich hatte wohl die Erwartung, dass sie mir, ebenso wie die indonesische Küche, vor Ort noch n ganzes Stück besser schmecken würde, als in Deutschland.

Leider war dies nicht der Fall, aber inzwischen hat man sich eingelebt und kann auch etwas besser überblicken, was zur Verfügung steht. So haben wir z.B. nach langem Suchen doch noch nen Naturyoghurt gefunden, der ungezuckert ist (hier ne ziemliche Rarität…). Dadurch bin ich inzwischen zufrieden, aber halt leider (noch?) nicht so, dass ich zum großen Fan der mexikanischen Küche geworden wäre. Auch essen wir geschätzte 80% des Gemüses zu Hause (zum Vergleich: in Indonesien geschätzte 90% aushäusig, zumeist an Straßenständen).

Die Essenspreise vergleiche ich lieber gar nicht erst mit Indonesien…

Positiv herauszuheben sind allerdings die frisch gepressten Säfte, dies hier recht günstig gibt und natürlich die Mangos… :-)

Inzwischen hab ich mich soweit ganz gut mit dem Mexikanischen Essen abgefunden und kenne mich auch besser aus, wo ich Sachen finde, die mir schmecken.
Auch kann man echt lecker und auch wesentlich ausgewogener in Mexiko essen, wenn man in Restaurants geht und nicht zu den Straßenständen. Aber dass die auf Dauer natürlich zu teuer sind versteht sich leider auch von selbst, sodass es die nur für die Zeit des Besuchs für mich gab…
Leider ist jedoch die Mangosaison schon seit ner Weile vorbei, sodass die wieder aus dem Speiseplan gestrichen werden mussten .

Arbeit, Tagesablauf, Bekanntschaften, Reisen, Zukunftswünsche und natürlich ein Cervantino-Special werden folgen…

ansonsten gilt:

Kommentare

Ein Bienchen von mir, falls

Bild von Anonymous

Ein Bienchen von mir, falls es Kathleen vergisst !

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