Nix mit Weihnachten und Silvester?

Wie verbringt man Weihnachten und Silvester in einem Land, in dem für uns doch so wichtige Feiertage nicht zelebriert werden?
Man macht Urlaub!
In unseren Breitengraden ist es – gerade bei einem so schneereichen Winter in Deutschland wie dieses Jahr – kaum vorstellbar, die Festtage im T-Shirt auf einem Boot durch die Ha Long Bucht zu schippern und am Strand von Cat Ba für kurze Zeit ins Wasser zu gehen.
So etwas ist eben in Vietnam möglich. Natürlich gibt es einige deutsche Traditionen, die in einer sehr unweihnachtlichen Stimmung hier fehlen – oder gerade deshalb. Der Bummel über den Weihnachtsmarkt, der Glühwein, die schön geschmückten Weihnachtsbäume und natürlich das super Festessen daheim.
So hat alles seine Vor- und Nachteile. Aber die Bescherung an Heilig Abend am Strand mit Alex und Johannes zu verbringen, ist auch ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

Für Fans von Raketen und Böllern ist Vietnam ein Land, in das es sich nicht lohnt zu Silvester zu fahren. Die Vietnamesen wissen zwar, dass es der Jahreswechsel ist, aber ihren Jahreswechsel feiern sie erst mit dem Tet-Fest im Februar, das ihr Neujahr einleitet.
So war unsere Hoffnung auf ein Feuerwerk am Hoam Kiem Lake – im Stadtzentrum Hanois – vergebens. Es waren viele Menschen an Silvester unterwegs, auch wahrscheinlich alle sich derzeitig in Hanoi befindlichen Ausländer. Trotzdem gab es kein Feuerwerk und keinen Countdown. Den versuchten wir mittels fünf verschiedener Uhrzeiten selbst zählen. Keinen Vietnamesen hat das aber interessiert. Unsere „Happy New Year“ – Rufe, blieben oft unerhört und ohne Reaktion, einige ergriffen die Flucht als Johannes und Alex begannen, die Vietnamesen auf der Straße zum neuen Jahr zu beglückwünschen, indem sie sie umarmten. Einige wiederum fanden es lustig und machten mit! Schön fand ich, dass einige unserer vietnamesischen Freunde den für sie so unfestlichen Jahreswechsel mit uns feierten und einige sehr zufällig zu uns stießen.
Alles in Allem war sowohl Weihnachten als auch Silvester eine interessante Erfahrung – für mich auch das erste Mal im Ausland – und der kurze Trip nach Ha Long Bay einfach traumhaft.

Was die Arbeit in Hanoi anbetrifft, so gibt es einige geringfügige Fortschritte. Der Unterricht im children´s palace geht voran und wird langsam alltäglich. Außergewöhnlich war das vierte Adventswochenende, an dem ich für die Kinder Weihnachtsmann spielte und Geschenke verteilte. Trotz kompletter Verkleidung, durchschauten viele Kinder sofort, dass es sich bei mir eher um „mother christmas“ handelte als um den Weihnachtsmann.
Das vietnamesisch-deutsche Jugendzentrum nimmt auch immer mehr Formen an, nachdem viel bürokratische und finanzielle Dinge geklärt werden mussten. So steht ein genauer Plan für die Umsetzung fest. Es kann also ran an die Detailarbeit und Durchführung gehen!

Endlich sind wir auch in unseren eigenen vier Wänden. Eine Woche vor Weihnachten war es endlich soweit – wir konnten einziehen! Nachdem die Zimmerverteilung geklärt wurde, ist jetzt jeder dabei sein Zimmer gemütlich einzurichten.

Bis bald.

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