Tag 143 – Unavailable at Present – Samstag, 23. Januar 2010
Lang ist’s her, dass ich mal was geschrieben hab. Will mich auch nicht rechtfertigen, ABER ich hatte echt viel zu tun und einfach mal keine Lust was zu schreiben. Fotos hab ich heute im Büro hochgeladen. Sind echt ein paar gute Schnappschüsse dabei!
Mein Deutschlandurlaub... Ich fand es eine sehr coole Erfahrung nach 4 Monaten wieder zurückzugehen und zu sehen wo man eigentlich herkommt. Ich war erstaunt, dass ich mich doch schon so verändert hatte. Musste hier gezwungenermaßen erwachsener werden hab ich so das Gefühl. Hab viel Verantwortung.
Weihnachten fand ich super schön mit Schnee und nem echten Tannenbaum. Aber es war so richtig krass zu sehen, dass es im Winter so dunkel ist. Das zwingt einen förmlich dazu richtig viel zu essen. Natürlich zwingt das gute Essen „zu Hause“ einen auch dazu viel zu essen. ;)
Ansonsten... Weihnachtsmarkt, Familie, Freunde – man konnte gar nicht genug Zeit damit verbringen, und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich hatte gar nicht genug Zeit wirklich jeden zu treffen!
Deutsche Pünktlichkeit und Ordnung und so weiter sind mir jetzt auch sehr aufgefallen. In Südafrika, besonders in Kapstadt, ist man eher entspannt – anders geht es meistens auch gar nicht, weil die Kapazitäten nicht da sind. Auch bei AFS passiert meistens alles Last-Minute. Da muss man sich erst mal dran gewöhnen.
Als ich zurückkam hab ich den ganzen Sonntag lang am Strand geschlafen und dann ging es am Montag nach Durban/Pietermaritzburg. Eigentlich wollten Isa, die Regionalkoordinatorin in KwaZulu-Natal, und ich uns eine Woche Zeit für ein Handbuch nehmen, aber wir sind kaum dazu gekommen, weil Isa fast die ganze AFS-Arbeit da schmeißen muss. Das heißt wir saßen teilweise bis zu anderthalb Stunden im Auto um Kandidaten für das YES Stipendienprogramm zu interviewen, one-way. Einmal sind wir erst an der Südküste entlang und danach etwas ins Landesinnere. Das war Afrika wie aus’m Fernsehen, mit Zulu-Hütten, Leuten auf dem Weg zum Wasserholen, und wir beiden Weißen im Auto waren die mega Attraktion des Tages. Mitten in dem Dorf, das ungefähr noch 4 Kilometer von der nächsten normalen Straße entfernt ist, erhebt sich da eine riesige islamische Schule. Da hatten wir unser Interview mit einem Bewerber und mit einem der Lehrer und wir waren von beiden super begeistert. Mal sehen was das gibt, die Kandidaten werden bald bekannt gegeben. Wär für viele auf jeden Fall die Chance ihres Lebens.
Ein bisschen haben wir für das Handbuch auch geschafft, aber es war nicht besonders zufriedenstellend für uns. Ich habe aber auf jeden Fall einen guten Einblick in Isas Leben bekommen und hab gesehen, dass ich nicht alleine bin mit meinen Problemen in meinem Job! Isas wohnt zur Zeit aber auch noch notgedrungen auf einem Mini-Bett bei der südafrikanischen Regionalkoordinatorin, die aber auch noch Vollzeit arbeitet und wenig Zeit für AFS hat. Also macht Isa quasi alles alles.
Bin sehr froh, dass ich in Kapstadt arbeite, wo es noch einige erfahrene Freiwillige gibt, die mir helfen, wenn ich sie darum bitte. Und Kapstadt ist wirklich die schönste Stadt der Welt, nach ReykjavÃk und Hann. Münden natürlich. ;)
Das Wetter in Durban war die ganze Zeit heiß und feucht, kaum zum Aushalten. Man war immer sofort durchgeschwitzt, egal, was man gemacht hat. Kapstadt ist da auf jeden Fall viel angenehmer, auch wenn es hier letzte Woche 40 Grad im Schatten waren. Und im Moment scheint auch jeden Tag die Sonne, was einem auch irgendwann irgendwie zum Hals raushängt, weil man sich immer gezwungen fühlt draußen zu sein – nur meisten habe ich unter der Woche dazu gar keine Zeit. Die letzte Woche war wieder sehr stressig. Habe einen Jahreskalender zusammengestellt und versucht Aufgabe zu delegieren. Hatte noch keine gute Antwort darauf, aber jetzt haben wenigstens alle so eine Art Überblick darüber, was alles zu tun ist. Und das ist auf jeden Fall ne Menge! Was Besonderes war noch, dass ich einen Stand auf einer Career Expo in einer Schule organisiert habe. Hoffentlich können wir da gut Werbung für AFS machen.
Ansonsten bereiten wir jetzt unseren Midstay vor. Die Hälfte ist schon vorbei! Am Freitag war ich mit Riekie kurz in unserem Hostel, was wirklich sehr schön ist, richtig mit Pool und allem. Alle 24 anderen aus meiner Gruppe kommen dann von ihren Projekten, die in ganz Südafrika verteilt sind, nach Kapstadt und bleiben vom 1. bis zum 5. Februar. Es wird bestimmt richtig interessant zu sehen wie sich einige Leute aus der Gruppe verändert haben!
Musste mir jetzt ein neues Handy kaufen, weil bei meinem alten der Bildschirm so kaputt war, dass man fast nichts mehr sehen konnte. Daher waren und sind noch ganz viele Telefonnummern weg, muss noch einen Weg finden, sie zu retten. Tut mir Leid, wenn ich nicht immer auf SMS geantwortet habe!
So, andere Neuigkeiten... Heute war das erste Freundschaftsspiel im neuen Stadium in Kapstadt (Green Point). Es waren Massen von Leuten in der Stadt. Wir hatten zwar keine Karten, waren aber in der Gegend und haben dann ganz in der Nähe des Stadiums Pizza gegessen. Abends sind die anderen weggegangen, aber ich hab lieber mal nur Fernsehen geguckt und mich ausgeruht. Der Fernseher mit den 4 Programmen aus der Antenne steht im Moment bei mir im Zimmer, weil unsere Wohnung renoviert wird. Wir bekommen den alten, grauen Teppich raus und dafür Terracotta-Style Fließen rein. Das sieht wirklich gut aus, aber wir müssen jetzt auch wirklich streichen. Können uns nur nicht wirklich auf eine Farbe mit dem Schuldirektor einigen. Der möchte alle Zimmer in einer Farbe streichen, das wollen wir aber nicht so wirklich. Mal sehen!
War am Donnerstag beim Street Dance/Hip Hop Tanzen. Das war ziemlich lustig, aber nicht so viele Gangster wie ich erwartet hatte. Mehr so Leute wie ich! Vielleicht sind wir dann ja nach dem Kurs alle Gangster...
Morgen nachmittag gehe ich mit Dylan mal zur Uni und er gibt mir ne kleine Führung über den Campus und so. Er hat gesagt es wär auch kein Problem, wenn ich mal zu zum Reinschnuppern mit zu Psychologie komme, das studiert er als Nebenfach. Werde ich wohl auch machen!
