Un viajen inolvidable

Frühling, Sommer, Herbst und Winter - Eine Reise in drei Wochen

Es ist Sonntag,, später Nachmittag und ich sitze gerade auf meiner Dachterrasse bei 25 Grad und strahlend blauem Himmel, die Sonne scheint noch mal kräftig, bevor sie demnächst über den Dächern Guadalajaras untergehen wird. Ein eiskaltes Pacifico steht rehts an meiner Seite und spült sich schluckweise meine Kehle herunter. Reggaemusik wandert durch mein Ohr. So manchen Schriftsteller könnte diese Atmosphere zum Schreiben eines neuen Bestsellers animieren, ich versuche es mal mit meinem nächsten Blogeintrag. Der Eindruck wird noch mal dadurch gestärkt, dass ich meine Tage im Februar normalerweise ganz anders verbringe.
Aber hier ist Summertime und so möchte ich zurück blicken auf eine unvergessliche Reise in den Süden Mexikos über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage.

Weihnachten am Meer

Mein langjähriger Freund Parri war zu Gast, mein Bruder Marcus reiste aus Los Angeles an und gemeinsam mit meiner Freundin Jule machten wir uns Pläne, wie wir denn schnellst möglichst unsere Körper an den Strand bekommen konnten. Ein Auto mieten? 14 Stunden Busfahren oder ein Click im Internet? Für unglaubliche 60 Euro buchten wir einen Flug nach Huatulco, wo wir dann schon am nächsten Tag im Paradies ankamen. In einer schönen Bucht am Strand von Mazunte bezogen wir in einer Holzhütte Quartier und verbrachten die nächsten fünf Tage nie weniger als hundert Meter vom azurfarbenen Meer entfernt. Für mich ist das Meer der wundervollste Ort der Welt und was gibt es also schöneres die Weihnachtstage in einem solchen Ambiente zu verbringen, im Sand zu liegen, die Strandverkäufer heran zu winken und sich somit nicht einmal bewegen zu müssen, um mit deren Leckereien auch noch den eigenen Gaumen zu verwöhnen.
Am Heilig Abend machten wir uns selbst ein großes Geschenk, in dem wir eine Bootstour buchten und mit einem amerikanischen Auswanderer auf Schildkröten-, Delfin- und Walsuche gegangen sind. In einem nicht viel größeren Ruderboot mit Motor und durchaus welliger See, sprang unser Auswanderer nun immer wieder ins Meer, wenn es hieß „Tortuga“ und versuchte diese riesigen Panzer für einen kurzen Moment festzuhalten, damit wir diese riesigen, vielleicht schon halbe Jahrhundert alte Meeresbewohner bestaunen konnten. Obwohl unsere französischen Tierschützer an Board mit massiver Kritik unseren Amerikaner zunehmend von weiteren Sprüngen ins offene Meer abhielten, bekamen wir sie doch aus nächster Nähe zu sehen. Vor weniger als zwanzig Jahren haben die Bewohner dieses Dorfes das Fleisch und die Eier der Tortugas noch gegessen, so ist es doch jetzt eine gesunde Alternative ihr Geld mit Touristen zu verdienen, die diese Tiere für einen kurzen Moment bestaunen können, auch wenn sie dadurch einer zweiminütigen Stressphase ausgesetzt sind. Doch so richteten wir unsere Aufmerksamkeit von nun an auf die immer wieder vorbei schwimmenden und springenden Delfine.
Die Heilige Nacht verbrachten wir dann am Zwanzigminuten entfernten Strand von Zipolite beim Italiener. In einem direkt am Meer gelegenen Restaurant gab es nun also an Stelle von Kartoffelsalat und Wiener, offenfrische Pizza mit Meeresfrüchten und statt dem Glühwein die Cocktailkarte.
Am ersten Weihnachtsfeiertag unternahmen wir einen Ausflug ins Nachbardorf nach Ventanilla und saßen dieses mal wirklich in einem Ruderboot, um in einer direkt am Strand angrenzenden Laguna auf Krokodillsichtung zu gehen. Beeindruckend und respekteinflößend wie nahe und scheinbar friedlich wirkend diese Zweimeter großen Ungeheuer direkt an uns vorbei geschwommen sind.

San Cristobal de las Casas

Eine Nachtfahrt im Bus bescherte uns einen Temperaturunterschied von nahezu 25 Grad. San Cristobal, Chiapas war das Ziel unserer nächsten Station und vielleicht gibt es in Mexiko keine schönere Stadt, als diese in den Bergen gelegene Zapatistenhochburg mit ihren 300,000 Einwohnern. Aufgrund ihrer Geschichte, dem Kampf gleicher Rechte für alle Indigenas, ist San Cristobal auch Anziehungspunkt für die weltweite Linke und so gibt es auf relativ kleinem Raum wunderschöne Cafés und Bars, über österreichische bis arabische Küche und ein Angebot an Nachtleben, wovon man in Mexiko-Stadt oder Guadalajara neidisch werden könnte. So beschlossen wir auch nach unserem Dschungeltrip zum Jahreswechsel wieder in diese Stadt zurück zu kehren.

Mitten im Urwald

Von Palenque aus, einer der größten Mayastädten Mexikos, ging es dann weitere 200 Kilometer und sechs Stunden auf einer einsamen Straße mitten durch den Wald fast bis an die guatemaltekische Grenze nach Bonampak. An der Straße standen vereinzelt immer wieder Menschen, die den ganzen Tag darauf warteten, den selten vorbeifahrenden Autos ihre Früchte oder das in drei Liter großen Coca-Cola Flaschen aufbewahrte Benzin zu verkaufen.
Bonampak ist im Vergleich zu anderen alten Mayastätten relativ klein und liegt mitten im Urwald und ist trotz ihrer 1500 jährigen Existenz erst 1946 entdeckt wurden. Vielleicht war es für mich auch deshalb eine der faszinierernsten Maya- oder Aztekenstätten, weil sich die Touristenströme in Grenzen halten und man bei der Betrachtung dieses Kunstwerkes früherer Zivilisation mit denen im Wald sich äußernden Brüllaffen nahezu allein ist.
Unser Quartier bezogen wir dann auch in einer einsamen Holzhütte ohne Strom, aber mit einem nahe gelegenen kleinen Wasserfällchen, des durch den Dschungel fließenden Urwaldbaches. Einzigartig die Geräuschkulisse, wenn es Nacht wird und alle Tiere sich kreuz und quer in den Bäumen unterhalten und der Lärmpegel fast dem einer Schnellstraße gleicht, aber doch so genüsslich ist, weil man sich mitten in der Natur befindet. Spannend war auch unsere am Folgetag anstehende fünfstündige Dschungeltour mit einer Gruppe Argentinier und unserem Hüttenvermieter, der im übrigen auch gleichzeitig Taxifahrer und Bürgermeister dieses Flecken Erde sein sollte. Denen im Wald lebenden Schlangen und Pumas sind wir leider oder vielleicht doch zum Glück nicht begegnet. Dafür haben es aber die Ameisen geschafft, innerhalb von ein paar Sekunden unsere ganzen Füße zu bepinkeln und für eine längere Juckeinheit zu sorgen.

Pasta a la Camarones

Nachdem wir dann ein würdiges Silvester auf dem zentralen Platz in San Cristobal feierten, begaben wir uns ein zweites Mal ans Meer, an den Strand von Puerta Arista, ebenfalls in Chiapas gelegen. Allerdings hatten 50,000 Einheimische über die Feiertage die selbe Idee und so war es doch - im Vergleich zu Mazunte - ein eher weniger entspannterer Ort, da die gesamte Zeit auch noch sämtliche Strandbuggies im Einsatz waren und die wenigen Palmen als schattenspendender Platz bei 40 Grad Celsius schon alle vergeben waren. Weshalb wir trotzdem einige Tage in Purta Arista blieben, lag wohl mehr an dem vor 30 Jahren nach Deutschland ausgewanderten und seit wenigen Monaten nach Mexiko eingewanderten italienischen Ehepaar, bei denen wir unsere Hängematten aufspannten und die für uns kochten, so dass man glaubte „Mamma Mia“ beim Edelitaliener Essen zu gehen.

Süß und stressig

Die vorletzte Station unserer Reise führte uns in das im Hochland gelegene Tuxtla, der modernen Hauptstadt des Bundesstaates Chiapas. Außer das es nur zwei Stunden weiter unvorstellbar kalt war, hatte diese Stadt allerdings nicht mehr zu bieten, als ein paar freie Plätze im Bus, der uns schließlich nach Oaxaca brachte und wir dort zumindest wieder das Gefühl bekamen, dass es langsam wieder Frühling wird. Allerdings hatte uns hier der Reiseführer auch mehr vorgeschwärmt, als wir letztlich zu bestaunen hatten. Ein paar alte Kirchen im kolonial geprägtem Zentrum vermischte sich mit viel Dreck, Verkehr und Chaos, wie man es aus Großstädten ebenso kennt. In einem Punkt hatte der Lonely Planet aber doch recht, denn für die dort hergestellte Schokolade hat sich der Ausflug wirklich gelohnt.

Das Flugzeug zurück nach Guadalajara war dann leider etwas teurer, so dass wir uns abermals in den Bus setzten und versuchten in den nächsten 14 Stunden den Rhythmus aus Essen, Schlafen und Trinken irgendwie zu durchbrechen.
Erstaunlich bleibt, wie viele unterschiedliche Klimazonen es in Mexiko gibt. Übrigens ein Grund dafür, weshalb in diesem Land knapp 70 Prozent der weltweiten Pflanzenarten beheimatet sind. Unser Dschungelführer hat im übrigen aus den Samen einiger dieser Pflanzen auch noch Ketten gebastelt und an uns verkauft. Manche Menschen arbeiten eben gerne.

Kommentare

toller bericht! ich beneide

Bild von josefa :)

toller bericht! ich beneide dich um weihnachten am strand. ich musste meines leider in der flota verbringen un die anschliessenden tage im torotoro park waren von der regenzeit gepraegt.
liebe gruesse aus dem sueden! j.

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