«Mehr demokratische Kontrolle der Entwicklungshilfe»

Berlin/Accra (epd). Die Deutsche Welthungerhilfe hat mehr demokratische Beteiligung bei der Entwicklungszusammenarbeit gefordert. Der Europäische Entwicklungsfonds etwa sei keiner parlamentarischen Kontrolle unterworfen, sagte Welthungerhilfe-Generalsekretär Hans-Joachim Preuß: «Damit ist die Mitwirkung der Wähler nicht mehr gewährleistet.»

Auch in Entwicklungsländern seien die Parlamente «in keinster Weise» in Verwendung und Einsatz der Hilfe eingebunden: «Das kann nicht sein.» Preuß äußerte sich im Vorfeld einer internationalen Konferenz über die Wirksamkeit der Entwicklungshilfe, die vom 2. bis 4. September in Accra (Ghana) stattfindet.

Ein Schwerpunkt des Ministertreffens aus Industrie- und Entwicklungsländern soll die Stärkung der Eigenverantwortung armer Länder sein. Preuß warnte, dieses Vorhaben bleibe eine «Leerformel», solange die Regierungen in Afrika, Asien und Lateinamerika nicht «wesentliche Kräfte der Gesellschaft» mit einbinden: «Salopp gesagt, ist es nicht so toll, wenn eine Regierung wie die in Kongos Hauptstadt Kinshasa allein über die Vergabe der Entwicklungshilfemittel entscheidet», sagte er.

Preuß plädierte dringend für eine bessere Abstimmung zwischen den großen nationalen Geberländern wie den USA, Deutschland, Japan oder Großbritannien. Er warnte aber zugleich davor, zu stark auf Zentralisierung und große Institutionen zu setzen: «Da werden bürokratische Monster kreiert, die sich nur noch mit sich selbst beschäftigen.» Die Folge wären zeitliche Verzögerungen und höhere Kosten. Nur weil nicht über jedem kleinen Projekt ein Ministerium oder eine andere Institution wache, seien diese nicht weniger effektiv, betonte Preuß.